Chronik des Burschen-Kranken-Unterstützungs-Vereins

Der Burschen-Kranken-Unterstützungsverein wurde im Juli 1901 gegründet. Sein damaliger Hauptzweck war - wie der Name sagt - die gegenseitige finanzielle Unterstützung seiner Mitglieder bei Krankheiten. Es gab zwar schon öffentliche Krankenkassen, aber es war keineswegs selbstverständlich, dass jedermann dort versichert war. Die Mitgliedschaft war unbescholtenen Burschen ledigen Standes ab dem 18. Lebensjahr vorbehalten. Es wurden bei vier Mark Jahresbeitrag 40 Pfennig pro Krankheitstag gegen ärztlichen Bescheid ausgezahlt, jedoch höchstens an 60 Tagen in einem halben Jahr. Mit dem Beginn des Rentenalters endete der Anspruch der Mitglieder auf Unterstützung. Der Verein führte zwei Kassen, eine für die reinen Beiträge und Krankenunterstützungen, die andere - genannt die Privatkasse - für das sonstige Vereinsgeschehen, finanziert aus Spenden und Veranstaltungen.


Die Gründungsmitglieder 1901 waren: Josef Antretter - Benno Bauer - Johann Grandauer - Jakob Holzner - Josef Holzner - Lorenz Holzner - Stephan Holzner - Andreas Oswald - Max Oswald - Valentin Oswald - Peter Scherer - Josef Wiedmann


Dank immer besser werdenden Leistungen der öffentlichen Sozialversicherungen trat der Hauptzweck unseres Vereins, die finanzielle Unterstützung, immer mehr in den Hintergrund. Die letzten Auszahlungen fanden 1951 statt. Die andere Seite des Vereins, die Pflege der Geselligkeit und das Ausrichten örtlicher Veranstaltungen, trat in den letzten Jahrzehnten in den Vordergrund. Darum auch der heutige Name „Burschenverein".


Seit Bestehen des Vereins gilt die Tradition, dass er für verstorbene Mitglieder ein Seelenamt lesen lässt und seine Hauptversammlung am Dreikönigstag abhält. Gleichermaßen war es immer so, dass ein durch Heirat ausscheidendes Mitglied ein Abschieds- bzw. Hochzeitsgeschenk erhält.
Bei der Gründung waren es noch 17 Burschen, später, im Laufe der Generationen, bewegte sich der Mitgliederstand zwischen 40 und 60 Mann. Eine Fahne wurde bereits 1905 angeschafft und am Pfingstmontag festlich eingeweiht. Der kleine Verein, damals nicht besonders gut bemittelt, hatte mit der hohen Rechnung des Posamentierers seine Sorgen, und so kam es, dass Josef Antretter, der Zimmerbauer, in die Bresche sprang und für die Summe bürgte.


Im Ersten Weltkrieg verlor der Verein 17, im Zweiten Weltkrieg zwei Mitglieder. Nach der vereinslosen Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg - man brauchte für Vereinsgründungen die Genehmigung der amerikanischen Militärregierung - fanden sich am 11. Januar 1948 wieder 36 Mann zusammen.


24 Mark waren nach der Währungsreform noch in der Kasse. Ein großzügiges Hochzeitsgeschenk brachte den Verein ins Minus, der ohnehin mit der damals noch recht teuren Zeit zu kämpfen hatte. Eine Tanzgenehmigung vom Landrat zum Beispiel kostete 16,60 Mark, was damals 20 Stundenlöhnen gleichwertig war Zwei Jahre später kostete eine Maß Festbier noch eine Mark, genau ein Stundenlohn. Am 24. Juni 1951 wurde im Postheim, das allgemein als Lokal für Festlichkeiten benutzt wurde, das 50-jährige Gründungsfest gefeiert.


Zu den traditionellen Ballen im Fasching kommt jedes Jahr eine von der Bevölkerung gut besuchte Faschingsveranstaltung wie Schubkarrenrennen, Fahrradrennen, Schifasching oder Stelzenrennen.

 

Häufig wenn es die Schneelage erlaubte, richtete der Verein Schlittenrennen vom nahe gelegenen Hörndl zum Jägerwirt aus. Früher gab es auch Preiskegeln und Christbaumversteigerungen, in den Zwanziger Jahren wurde Theater gespielt, alles zusammen rege Tätigkeiten für das örtliche Leben.


Eine regelmäßige Veranstaltung des Burschenvereins, die nicht der Allgemeinheit zugute kommt sondern den Burschen selbst gewidmet ist und manchen unvergesslichen Tag bedeutet, ist der jährlich stattfindende Ausflug.


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